Freundschaft
Was ist Freundschaft? Ein Begriff, den jeder theoretisch kennen dürfte. Doch wo fängt Freundschaft an und wo hört sie auf?
Wer Freunde hat, der sollte diese sich bewahren, denn Freunde sind unglaubilch wichtig! Für mich ist das jedenfalls so. Was würde man denn tun, wenn man keine Freunde hätte? Dann würde man
einfach plötzlich allein dastehen und wüsste nicht wohin man gehen sollte.
Freundschaft ist für mich sehr wichtig. Wahre Freunde, enge Freunde habe ich nicht viele. Kann man jemanden als sein Freund bezeichnen, nur weil man mit ihm die gleiche Klasse besucht und sich
mit demjenigen unterhält? Oder zusammen mit ihm die Arbeit verrichtet? Vollkommen egal wo, ist sowas schon Freundschaft? Oder beginnt das erst, wenn man mit demjenigen was unternimmt? Ins Kino
geht oder sonstiges...?
Meine beste Freundin ist mir sehr wichtig, weil sie mich ohne zu wissen in manchen Dingen wieder aufgemuntert hatte, wo es mir schlecht ging. Dafür sind ja
Freunde da. Man hört sich gegenseitig die Probleme an, unterstützt sich gegenseitig, aber sagt einem gegenüber auch mal die ehrliche Meinung, wenn etwas nicht stimmt, falsch ist oder so
ähnliches. Man lacht zusammen, man weint zusammen, man freut sich, man ärgert sich, man ist füreinander da, egal wie weit der andere weg ist.
Meine beste Freundin ist mittlerweile sehr weit weg, zu weit, als das man sich jede Woche treffen kann. Ab und zu mal, nach ein paar Monaten, denn zu viele Kilometer liegen zwischen uns, zu weit
ist das andere Bundesland entfernt. Die Freude ist natürlich umso größer, wenn man sich dann mal wieder sieht. Beste Freundin bleibt sie für mich immer! Wir haben uns nie wirklich gestritten und
das muss auch nicht sein. Wir reden miteinander, das ist gut so, wir haben zusammen Spaß und hören uns gegenseitig die Sorgen an.
Es gibt auch noch andere Menschen, nicht nur meine beste Freundin, die mir wichtig geworden sind. Doch mittlerweile sind die meisten nicht mehr in meiner Nähe. Manche erreiche ich gar nicht mehr.
Was tut man, wenn man plötzlich allein dasteht? Hoffen? Vertrauen? Irgendwann wird alles wieder besser, so glaubt man. Es ist nicht einfach, wenn man sieht, dass man plötzlich allein ist, die
Kontakte nur noch auf die Ferne basieren, weil andere weggezogen sind, wegen Ausbildung, Beruf, Studium, was auch immer.
Es ist mir gleich, ob die Menschen direkt in meiner Nähe wohnen oder ob sie gar in einem anderen Land leben. Freundschaft ist Freundschaft. Es mag seltsam klingen, wenn man jemand als Freund
bezeichnet, den man nicht gesehen hat. Aber ich denke, Freundschaft zeigt sich darin, in dem man sich versteht, wo man die gleiche Wellenlänge spürt, zusammen lacht und weint, wenn man einem
zuhört, egal ob man wirklich spricht oder das nur den anderen schreibt. Ich bin froh Menschen getroffen zu haben, denen ich vertrauen kann. Doch da ich so ein gefühlsduseliger Mensch bin, wird es
für mich besonders schwer, wenn es einen Streit gibt, wenn etwas unklar ist, wenn Zwischenfälle vorliegen. Ich bin jemand, der sich negative Ereignisse, Situationen merkt. Ich versuche drüber
hinweg zu kommen, daran nicht mehr zu denken, wenn es abgeschlossen wurden ist, wenn man doch schon drüber gesprochen hatte. Doch es gibt manche erschreckende Situationen für mich, wo mir mit
einem mal klar wird, dass ich keineswegs drüber weg bin, wo ich immer noch verletzt bin und denjenigen am liebsten niemals verzeihen wöllte. Ich bin jemand, der verzeiht, der anderen verzeihen
will, es auch macht und sich selbst als schlechten Mensch bezeichnet, wenn ich dann doch diese negativen Gefühle, dieses Verletztsein weiter verspüre, obwohl alles geklärt sein müsste. Ich dürfte
nicht mehr verletzt sein und bin es doch, eben weil das Negative sich in mein Hirn eingebrannt hat und nicht mehr verschwinden will. So passiert es, dass ich einer Person böse bin, obwohl ich
theoretisch keinen Grund dafür habe. Das komische daran ist: ich mag auf der einen Seite der Person nicht verziehen haben für das, was sie getan hat und trotzdem hab ich es. Verwirrend? Find ich
auch... Manches mal verstehe ich mich selbst nicht mehr...
Negative Ereignisse in meiner Vergangenheit, wo andere sagen würden, dass das doch nicht weiter schlimm war, andere hatte es noch viel schlimmer getroffen! Doch für mich sind die Dinge aus der
Vergangenheit belastend, von klein auf erlebt. Immer tiefer hatte es sich in mich eingebrannt, und ich erwähne hier nicht, welche Gedankengänge ich manches mal gehabt hatte. Belastend tut es
immer noch meine Seele. Manches mal bin ich zerbrechlicher als man es für möglich halten würde.
Und da kommen meine Freunde wieder ins Spiel. Es sind nicht viele, vielleicht eine Hand voll, aber durch deren bloßen Anwesentheit, und mag es nicht körperlich sein, dann doch geistig, lässt man
mich wieder aufsehen und die düsteren Gedanken, die ich zu oft habe, vergessen. Angst verspüre ich dann, diese lieben Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind zu verlieren. Wenn ich von ihnen
längere Zeit nichts mehr höre, dann mache ich mir Sorgen, dann befürchte ich, dass esvorbei mit der Freundschaft ist. Die einzige Ausnahme hier ist meine beste Freundin. Auf sie verlasse ich mich
hundertprozentig, denn ich weiß, dass wir immer Freunde bleiben, egal was noch passieren möge.
Ich hoffe man lässt mich nicht allein zurück. Ich hoffe man vergisst mich nicht, denn wenn das geschehen sollte, bin ich verloren... Dann wüsste ich nicht, was ich machen soll.
Also meinen liebsten Dank an euch, an euch, die mir so wichtig sind. An euch, die für mich da sind, die mir zu hören und die versuchen mich aufzumuntern, wenn es mir schlecht geht. Ob nun
persönlich getroffen oder nicht, macht für mich keinen Unterschied. Das Wissen und das Gefühl, dass da jemand ist, dem man sogar wichtig ist, dass reicht schon völlig. Ich bin gegenüber anderen
nicht besonders anspruchsvoll, erwartete nicht all zu viel. Das Einzige, was ich erwarte, ist, dass man mich nicht allein lässt...

